Warum sich dein Content nicht nach dir anfühlt
Ich hab mich in meinem eigenen Content nicht mehr erkannt. Jeder Satz war noch von mir – und trotzdem war ich es nicht.
Heute erzähl ich dir, wie ein perfekt organisierter Content-Plan mich Schritt für Schritt von mir selbst weggebracht hat und was mir letztlich klargemacht hat, woran das eigentlich lag.
Der Moment, in dem ich mir das mal ehrrlich angeschaut hab
Es war nicht mal ein großer oder dramatischer Moment. Ich hab mich einfach irgendwann schlicht gefragt: Wie sehr erkenne ich mich eigentlich noch in meinem eigenen Content, so auf einer Skala von 1 bis 10? Die Antwort war dann doch sehr ernüchternd: eine 2, vielleicht eine 3, hui. Dabei war echt nichts Falsches an dem, was ich geschrieben hatte. Es waren alles immer noch meine Aussagen und meine Gedanken. Nur eben so poliert, ein paar Sätze gekürzt, anders formuliert, in das perfekte Hook-Format gequetscht, dass es selbst mich am Ende nicht mehr erreicht hat. Und dich vermutlich auch nicht.
Warum wir sowas zulassen
Klar ist KI verlockend, weil es die Contenterstellung so viel leichter macht. Nur hab ich mich ja "verführen" lassen, alles möglichst perfekt und effizient zu machen. Nur: Woher kommt das eigentlich? Bei mir aus der Kindheit aus der Vorstellung, dass ich nicht ernst genommen werde, wenn ich nichts Ernstzunehmendes tue ("Kind, mach was Vernünftiges!"). Dieses alte Programm lief immer schön im Hintergrund, ohne dass ich es gemerkt hätte. Und offenbar bis in meinen Content hinein.
"Ich darf gerade auf Social Media und im Podcast so ernst wie möglich genommen werden, damit ich auch gebucht werde, damit die Menschen mir auch glauben" – so hab ich lange gedacht. Nur hat genau dieses professionell klingen wollen mich am Ende weiter von dir weggebracht, nicht näher zu dir.
„Person“ statt „Mensch“
Und natürlich hab ich auch die Art und Weise, wie ich spreche bzw. was ich mich traue zu sagen, angepasst. Dinge, die mich pieksen in meiner Online-Bubble. Ich geb dir mal ein Beispiel von genau so einem Triggerwort, das aber um mich herum gefühlt ständig in den Mund genommen wird: Person.
Wir reden ständig von Personen, oder? Die Person, die mich verletzt hat, die Person, mit der ich zusammen sein möchte. Aber was ist eigentlich mit dem Menschen dahinter?
Wenn du hinter die Bedeutung von „Person“ kommst, landest du bei Persona, das heißt Maske. Und wir sind einfach keine Personen, keine Masken. Wir sind Menschen, Frauen, Männer. Du wirst von mir nicht hören: ich bin eine Person, die – sondern: ich bin eine Frau, die. Allein mit solchen Aussagen eckst du heutzutage manchmal an. Aber genau da fängt Content an, wieder nach dir zu klingen.
Die Gnocchi-Geschichte
Eine Freundin hat mal nach einem meiner Rezepte Gnocchi gekocht, zu einer Geburtstagsfeier. Sie hat sich strikt ans Rezept gehalten und trotzdem ist es schiefgegangen. Die falsche Kartoffelsorte und eine arg fade Soße ohne Salz. Am Ende musste meine Partnerin retten, was zu retten war. Das Rezept hatte zwar die perfekte Anleitung gegeben, aber abschmecken, spüren, wann die Kartoffeln weich genug sind, wann noch ein bisschen Salz fehlt ... das hätte das Rezept zu ihrem gemacht. Genauso ist es mit Content: Das beste Framework nützt dir nichts, wenn du dich selbst, deine Energie, deine Geschichte nicht mit reinbringst.
Was du für dich jetzt mitnehmen kannst
Wenn du beim Lesen kurz überlegt hast, welche Zahl du dir selbst geben würdest – dann reicht das schon völlig als erste kleine Bestandsaufnahme. Oft rüttelt sich dadurch dann nämlich etwas zurecht.
Ich hab lange gedacht, es geht darum, das nächste bessere Framework zu finden, die eine richtige Formel für guten Content. Aber das ist Quatsch - es geht darum, dich selbst wieder reinzubringen in das, was du ohnehin schon hast.
Daher frag dich mal: Wann hast du zuletzt etwas gepostet und gedacht: das bin wirklich ich – nicht nur, weil es gut klang?
Falls du selbst anfangen willst, dich in deinem eigenen Content wiederzuerkennen: In meinem 0€-Guide „Woran es wirklich liegt“ zeige ich dir die ersten Ansatzpunkte dafür - ganz ohne Vorwissen.
Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Sicht und Erfahrung wider und ersetzt keine individuelle Beratung oder Therapie. Wenn dich ein Thema tiefer beschäftigt, schau gern bei meinen Angeboten vorbei oder schreib mir einfach.