Warum Sichtbarkeit sich schwer anfühlt – und was wirklich dahintersteckt
„Mit dir ist alles in Ordnung.“ Das ist eines der ersten Dinge, die ich dazu im Podcast gesagt habe.
Denn wenn Sichtbarkeit sich für dich schwer anfühlt, suchst du sicherlich bei dir selbst nach Erklärungen dafür, oder? Das klingt dann so wie:
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Ich bin nicht diszipliniert genug.
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Ich halte es einfach nicht durch.
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Ich müsste bloß konsequenter sein.
Aber das ist nur in den seltensten Fällen wirklich der Grund. Denn es liegt nicht an mangelnder Disziplin, sondern an der Art der Sichtbarkeit, die du für dich irgendwann mal festgelegt hast. Die passt nicht zu dir, deiner Haltung und deinem Business.
Wenn Sichtbarkeit sich für dich leicht anfühlen soll, braucht es drei Dinge:
1. Innere Stimmigkeit
„Der erste Schritt ist nicht Strategie. Der erste Schritt ist innere Stimmigkeit.“
Wenn dein Innen nicht mit deinem Außen übereinstimmt, sprich nicht kongruent ist, dann kostet Sichtbarkeit nicht nur Energie, sondern du erreichst dein Gegenüber nicht so, wie du es eigentlich möchtest.
Das sieht dann so aus:
Du postest Dinge, die „funktionieren sollten“.
Du nutzt Formate, die gerade im Trend sind. Reels? Nagut, wenn das grad so gut funktioniert, dann mach ich's eben auch, denkst du dir vielleicht.
Und die Texte? Die formulierst du so, wie "man" es eben am besten macht. Mit Hooks, die viral gegangen sind und Polierung durch KI & Co.
Aber die eigentliche Frage ist doch diese:
Erkennst du dich selbst in deinem Content wieder?
Mit anderen Worten:
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Würdest du das genauso sagen, wenn niemand dich beobachten oder bewerten würde?
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Finde ich in deinem Content deine Überzeugungen – oder hast du dich angepasst, weil's sicherer ist?
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Wo bist sagst du all das Richtige, "korrekte", aber bist innerlich nicht wirklich dabei?
Innere Stimmigkeit bedeutet übrigens nicht, alles ungefiltert zu teilen. Ganz wichtig. Aber sie bedeutet, dass du dich nicht zu sehr verbiegst, nur um sichtbar zu sein: Spür ich DICH noch in deinem Content?
2. Klare Linie
Viele Coaches glauben, sie hätten zu wenige Themen, zu denen sie etwas sagen können. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall:
Deine Pinterest-Boards sind voll, gespeicherte Beiträge stapeln sich auf deinem Instagram-Account und deine Ideenlisten reichen eigentlich für Monate, wenn nicht sogar Jahre. Und trotzdem kommst du in keinen ruhigen Content-Flow.
Im Podcast sage ich: „Die Themen springen zu wild hin und her.“
Denn: Eine klare Linie entsteht nicht durch mehr Content, sondern einen glasklaren Kern. Du brauchst eine verbindende Linie in deinem Angebot, den Kernproblemen, die du löst und deiner Haltung.
Deshalb kannst du dich mal fragen:
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Kommen meine Inhalte logisch aus meinem Angebot heraus?
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Könnte jemand nach fünf Beiträgen sagen, wofür ich stehe?
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Oder bin ich gerade inspirierend – aber nicht wirklich "einzuordnen"?
Wenn du das Content-Rad immer wieder neu erfindest, kann sich das durchaus kreativ anfühlen, aber es laugt sich auch aus.
Eine klare Linie begrenzt dich nicht - sie macht dich erkennbar.
3. Tragender Rahmen
Und jetzt kommen wir zu der Ebene, auf der die meisten ansetzen: Strategie und Content-Arten.
Oft hörst du an dieser Stelle, dass du einfach mal aus deiner Komfortzone kommen und eine neue Art von Content ausprobieren solltest. Her mit den Tanzreels, weil sie so gut performen. Hui.
Ich sehe das völlig anders. „Sichtbarkeit an sich ist schon raus aus der Komfortzone“ hab ich im Podcast erklärt.
Denn nur dadurch, DASS du dich zeigst, gehst du bereits aus deiner Komfortzone. Deswegen muss (ja, muss!) dein Content unbedingt innerhalb deiner Komfortzone sein und 100%ig dir entsprechen, damit es für dich durchhaltbar ist.
Klar kannst du im Laufe der Ziet offen für was Neues sein, aber tu das bitte nicht direkt am Anfang deiner Sichtbarkeitsreise.
Wenn zusätzlich auch noch der Rahmen nicht zu deinem Rhythmus passt, wird es schlicht zu viel.
Denn vielleicht postest du fünfmal die Woche, obwohl du eigentlich mehr Raum brauchst und nimmst Reels auf, obwohl du dich im Schreiben viel wohler fühlst.
Stattdessen frag dich mal:
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Welches Format entspricht meiner natürlichen Art zu sprechen oder zu schreiben?
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Was würde passieren, wenn ich mein Rhythmus für mich wichtiger wäre, als irgendein Algorithmus?
Ein zu dir passender Rahmen hält dich. Der von jemand anderem fordert dich ständig, ohne dass es wirklich leichter wird.
Die Reihenfolge verändert alles
Daher: Setze bitte nicht mehr beim Content und der Strategie an sich an. Schau erst mal, was vorher kommt:
innere Stimmigkeit → klare Linie → tragender Rahmen
Erst dann entsteht eine Sichtbarkeit, die sich nicht wie Durchhalten oder schwer anfühlt.
Und vielleicht ist das dein größter Hebel:
Nicht mehr machen, sondern woanders ansetzen.
Nicht noch lauter werden, sondern lieber klarer.
Wenn du das nicht allein sortieren willst
Wenn du merkst, dass genau hier gerade dein Thema liegt -
bei deiner Botschaft, deiner Linie oder deinem Rahmen - dann musst du das nicht alleine durchdenken.
In meinem Newsletter „unaufgeregt“ entsteht genau dafür ein Raum.
Ein Denkraum für sensible Coaches, die Klarheit suchen – nicht noch mehr Lautstärke.
Dort stelle ich Fragen, die weiterführen und es darf ein Austausch zwischen uns entstehen – ganz ohne Performance.
Wenn dich das anspricht, findest du den Link zur Anmeldung unter diesem Artikel.